Zugfahren in Japan: Shinkansen, U-Bahn und IC-Karten

Zugfahren in Japan ist schnell, dicht getaktet und bemerkenswert pünktlich, vom Shinkansen mit bis zu 320 km/h über kleine Landstrecken bis zu den verzweigten U-Bahn-Netzen von Tokio und Osaka. Mit ein paar Regeln und einer IC-Karte kommt man auch ohne Japanischkenntnisse gut zurecht.

Die Zugarten

ArtEinsatzSitzplätze
ShinkansenLange Strecken zwischen GroßstädtenReserviert, unreserviert, Green Car
Limited ExpressRegionalstrecken und FlughäfenMeist reserviert
Rapid und LocalKurze Strecken und PendelverkehrUnreserviert
U-BahnFahrten in der StadtUnreserviert

Tickets und Reservierungen

Für Shinkansen und Limited Express kauft man Fahrkarte und Reservierung am Automaten, am Schalter oder online; an Feiertagen ist eine Reservierung ratsam. Für Regionalzüge und U-Bahn ist die IC-Karte am einfachsten. Auf den Hauptstrecken gibt es Ansagen und Schilder auf Englisch.

Die Suica-Karte

Suica ist eine aufladbare Karte von JR East. Dank gegenseitiger Anerkennung funktioniert sie auch in Regionen mit PASMO, ICOCA und anderen Karten: in Zügen, U-Bahnen und Bussen der meisten Großstädte, aber auch in Convenience Stores, an Automaten und Schließfächern.

  • Welcome Suica: Version für Besucher, 28 Tage gültig, ohne Pfand, an großen Flughäfen und Bahnhöfen erhältlich.
  • Mobile Suica: in der iPhone-Wallet oder auf kompatiblen Android-Geräten, per Kreditkarte aufgeladen.
  • Aufladen: bar an Automaten oder in Convenience Stores.

Beim Betreten und Verlassen hält man die Karte an die Sperre, der Fahrpreis wird automatisch abgebucht.

Gepäck im Shinkansen

Auf den Strecken Tokaido, Sanyo und Kyushu benötigen Gepäckstücke mit einer Summe der Maße zwischen 161 und 250 cm einen reservierten Sitz mit Gepäckraum. Kleinere Koffer kommen in die Gepäckablage oder hinter die letzte Sitzreihe.

Verhalten an Bord

  • An den Markierungen auf dem Bahnsteig anstellen.
  • Das Handy stumm schalten und nicht telefonieren.
  • Vorrangsitze älteren, schwangeren oder behinderten Menschen überlassen.
  • Im Shinkansen und im Limited Express essen, in Pendlerzügen darauf verzichten.
  • Einige Linien haben zu Stoßzeiten Frauenabteile.

Stoßzeiten und letzte Züge

In Tokio sind die Züge werktags von 7:30 bis 9:30 Uhr und von 17:30 bis 19 Uhr überfüllt. Der letzte Zug fährt gegen Mitternacht, danach bleibt nur das Taxi. Wer abends unterwegs ist, sollte beim Zugfahren in Japan die Rückfahrt rechtzeitig planen.

Apps und Beschilderung

Routen-Apps zeigen Umstiege, Gleise und Fahrpreise auf Englisch. In den Bahnhöfen hat jede Linie eine Farbe und jede Station einen Buchstaben-Zahlen-Code wie G09 auf der Ginza-Linie, sodass man sich ohne Japanischkenntnisse orientiert. Große Bahnhöfe bieten Schließfächer, Gepäckaufbewahrung und Touristeninformationen, und auf den Bahnsteigen ist die Position jedes Wagens markiert.

Nachtzüge und Panoramazüge

Der Sunrise Izumo und der Sunrise Seto, die Tokio mit San'in und Shikoku verbinden, sowie die Ausflugszüge auf Kyushu, Hokkaido und an den Küsten lohnen sich wegen der Landschaft und des Erlebnisses an Bord.

Pünktlichkeit und Störungen

Verspätungen sind selten, Ausfälle gibt es fast nur bei Taifunen, starkem Schneefall oder Erdbeben. Dann informieren Anzeigen und Apps auch auf Englisch, und das Personal hilft bei der Umbuchung.

Platzwahl im Shinkansen

Auf der Fahrt von Tokio nach Kyoto liegt der Fuji bei klarem Wetter auf der rechten Seite, also auf den Plätzen E im normalen Wagen. Wer die Aussicht genießen möchte, reserviert diese Seite frühzeitig. Für die Rückfahrt sitzt man entsprechend links. Weitere praktische Hinweise finden Sie in den passenden Ratgebern weiter unten.

Offizielle Quelle: Japanische Fremdenverkehrszentrale (JNTO)

Häufige Fragen

Funktioniert die Suica-Karte außerhalb Tokios?

Ja, in den meisten Zügen, U-Bahnen und Bussen von Osaka, Kyoto, Nagoya, Fukuoka, Sapporo und anderen großen Regionen.

Ist Zugfahren in Japan für Ausländer einfach?

Ja. Große Bahnhöfe sind auf Englisch beschildert, Apps zeigen Gleise und Umstiege, und das Personal hilft gern.

Sind japanische Züge wirklich pünktlich?

Fast immer. Die durchschnittliche Verspätung der Shinkansen liegt im Sekundenbereich, außer bei Taifunen, starkem Schnee oder Erdbeben.