Religion in Japan: Shinto, Buddhismus und richtiges Verhalten

Religion in Japan ist weniger die Zugehörigkeit zu einem einzigen Glauben als eine Sammlung von Bräuchen rund um Lebensabschnitte und Jahreszeiten. Viele Japaner stellen ein Neugeborenes im Schrein vor, heiraten im Schrein oder in einer Kapelle und halten buddhistische Beerdigungen ab. Deshalb übersteigt die Zahl der Gläubigen in den Statistiken die Einwohnerzahl.

Shinto

Shinto ist die ursprüngliche Religion Japans und dreht sich um die Kami, Gottheiten in Natur, Ahnen und Orten. Schreine erkennt man am Torii, einem oft zinnoberroten Tor. Zu den bekanntesten zählen der Ise-Schrein, Izumo Taisha, der Meiji-Schrein in Tokio und Fushimi Inari in Kyoto.

Buddhismus

Der Buddhismus kam im 6. Jahrhundert vom Festland und entwickelte Schulen wie Zen, Reines Land und Shingon. Tempel erkennt man an Haupthalle, Pagode und Statuen. Bekannt sind der Todai-ji in Nara, der Senso-ji in Tokio und der Kinkaku-ji in Kyoto; auf dem Koyasan kann man im Tempel übernachten.

Schrein oder Tempel?

MerkmalShinto-SchreinBuddhistischer Tempel
EingangToriiTor sanmon, oft mit Wächterfiguren
WächterLöwenhunde oder FüchseWächterkönige (nio)
GebetZweimal verbeugen, zweimal klatschen, einmal verbeugenHände still zusammenlegen, ohne Klatschen
RäucherwerkSeltenHäufig Räucherbecken

Richtiges Verhalten

  1. Am Eingang grüßenVor Torii oder Tor leicht verbeugen; die Mitte des Weges ist den Gottheiten vorbehalten, man geht am Rand.
  2. ReinigenErst die linke, dann die rechte Hand abspülen, dann Wasser in die linke Hand gießen und den Mund ausspülen, ohne die Kelle mit den Lippen zu berühren.
  3. Opfergabe und GebetEine Münze einwerfen, wenn vorhanden die Glocke läuten und je nach Schrein oder Tempel beten.
  4. Regeln beachtenIn Gebäuden ist Fotografieren oft verboten; auf Aufforderung Schuhe ausziehen und ruhig bleiben.

Andere Religionen

Christen machen etwa ein Prozent der Bevölkerung aus. Nagasaki bewahrt Kirchen und Stätten der verborgenen Christen, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Daneben gibt es zahlreiche neue religiöse Bewegungen.

Religion in Japan im Jahreslauf

Hatsumode, der erste Schreinbesuch des Jahres, das Ahnenfest Obon im Sommer und unzählige lokale Matsuri zeigen, wie eng Religion in Japan mit den Jahreszeiten verwoben ist. Reisende können an vielen dieser Ereignisse teilnehmen.

Omamori, Omikuji und Ema

Schreine und Tempel bieten Amulette (omamori) für Gesundheit, sichere Reisen oder bestandene Prüfungen sowie Orakelzettel (omikuji), die man bei schlechtem Ausgang vor Ort festbindet. Holztäfelchen (ema), auf die man Wünsche schreibt, bilden in vielen Schreinen ganze Wände.

Tempelübernachtung und Zazen

Auf dem Koyasan und in einigen Tempeln Kyotos bieten Shukubo vegetarische Mönchsküche und die Morgenandacht an. Zen-Tempel öffnen manchmal Meditationsstunden für Besucher, eine ruhige Art, die Rolle des Buddhismus im Alltag kennenzulernen.

Schreinfeste erleben

Bei Schreinfesten ziehen tragbare Schreine (mikoshi) durch die Straßen, begleitet von Trommeln, Flöten und Essensständen. Besucher sind willkommen, solange sie den Umzug nicht behindern und den Anweisungen der Ordner folgen. Tempel veranstalten Laternenfeste und öffnen zu besonderen Anlässen sonst verborgene Statuen.

Bekannte Schreine und Tempel im Überblick

Fushimi Inari mit seinen Tausenden Toren, der Goldene Pavillon und der Kiyomizu-dera in Kyoto, der Senso-ji und der Meiji-Schrein in Tokio, der große Buddha in Nara und Kamakura sowie die prächtigen Schreine von Nikko gehören zu den beliebtesten religiösen Stätten. Früh am Morgen sind sie am ruhigsten.

Offizielle Quelle: Japanische Fremdenverkehrszentrale (JNTO)

Häufige Fragen

Welche ist die wichtigste Religion in Japan?

Shinto und Buddhismus. Die meisten Japaner pflegen die Bräuche beider Religionen, statt sich einer einzigen zuzuordnen.

Dürfen Touristen in Schreinen und Tempeln beten?

Ja. Alle sind willkommen, solange sie die einfachen Gesten für Opfergabe und Gebet beachten.

Was ist ein Goshuin?

Ein Stempel mit Kalligrafie, den man gegen eine kleine Gabe in Schreinen und Tempeln erhält und als Erinnerung in einem eigenen Büchlein sammelt.